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# Winter 2018/2019

Der deutsche Maschinenbau ist einer der Vorreiter bei der Digitalisierung.

Sektorkompetenz

Innovationsdruck im Maschinenbau hält an

Der Wettbewerb im Maschinenbau wird härter. Gerade in Schwellenländern gibt es immer mehr lokale Anbieter, die Serienlösungen mit ausreichender Qualität anbieten können („good enough“-Lösungen). Auch der Hightech-Markt ist stärker umkämpft, weshalb deutsche Maschinenbauer ihre Wettbewerbsposition nur durch ständige Innovation und den Ausbau ihres Aftersales-Servicegeschäfts verteidigen können.

Nicht ohne Grund nimmt der Maschinenbau eine Vorreiterrolle bei der Implementierung von Digitalisierungslösungen ein. Um im Wettbewerb zu bestehen, muss er seine Prozesse effizienter und die Produktion insgesamt kostensparender machen.

Außerdem werden verstärkt vernetzte Maschinen nachgefragt, die miteinander und mit dem menschlichen Mitarbeiter kommunizieren. So ist der Umsatz mit entsprechenden Industrial Internet of Things (IIoT)-Lösungen nach Prognosen des Digitalverbandes Bitkom 2017 in Deutschland um mehr als ein Fünftel auf 5,9 Mrd. Euro gestiegen. Im laufenden Jahr soll er um weitere 22 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro anwachsen.

Erweiterung des Geschäftsmodells
Im Rahmen der Implementierung von Digitalisierungslösungen erweitern deutsche Maschinenbauer zudem ihr Geschäftsmodell. Sie bieten nicht nur die eigentliche Maschine an, sondern offerieren zusätzlich unternehmensnahe Dienstleistungen. Dazu zählen das (Nach-)Produzieren von Bau- und Ersatzteilen mittels additiver Fertigungsverfahren sowie die vorausschauende Wartung.

Dabei werden Big-Data-Auswertungen genutzt, um einen Reparaturbedarf zu erkennen, bevor der eigentliche Schaden eintritt. Darüber hinaus können die Maschinenbauer benötigte Software liefern oder die an der Maschine eingesetzten Mitarbeiter schulen. In Einzelfällen bieten Maschinenbauer statt der Maschine selbst inzwischen die entsprechende Funktion an, wobei der Kunde die Nutzung der Maschine zahlt (Product as a Service).

Durch die Einführung digitaler Prozesse kann immer zielgenauer auf die Kundenwünsche eingegangen werden. So wird auch eine Produktion in Kleinstserien bis hin zur Produktion mit der Losgröße 1 rentabel.

Individualisierung braucht Modularisierung
In einem reinen Preiswettbewerb können deutsche Anbieter kaum bestehen. Daher konzentriert sich der Maschinenbau auf technologisch hochwertige Lösungen, die auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Voraussetzung dafür ist eine Modularisierung der Produkte, um individuelle Lösungen effizient produzieren zu können. Mehrere Maschinen werden in einer Anlage vernetzt. Der Maschinenbauer ist dann nicht mehr nur Lieferant des eigentlichen Produkts, sondern wird zum Anbieter smarter Systeme und Lösungen für die spezifischen Anforderungen seiner Kunden.

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