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# Winter 2018/2019

Mit der Eröffnung ihrer Tochtergesellschaft in São Paulo intensivierte die Commerzbank ihre engen Beziehungen zu Brasilien.

Internationalisierung

Brasilien: Wie geht es weiter nach der Präsidentschaftswahl?

Die Wahl von Jair Bolsonaro in diesem Oktober zum neuen Präsidenten Brasiliens hat viele deutsche Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zur größten Volkswirtschaft Südamerikas verunsichert. Immer wieder ist zu hören, dass der oft als „Donald Trump Brasiliens“ bezeichnete Ex-Militär schwer einzuschätzen ist. Doch inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass sich die Rahmenbedingungen für ausländische Investoren verbessern.

Lateinamerika hat ein Superwahljahr hinter sich, in dem zwei Drittel seiner Bürger zu den Wahlurnen gerufen wurden. Dabei zeigte sich, dass die wirtschaftliche Neuorientierung in der Region von einem politischen Trend hin zum konservativen Lager begleitet wird.

In Kolumbien etwa, wo Juan Manuel Santos nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht wieder kandidieren durfte, setzte sich Iván Duque aus dem rechtskonservativen Lager durch. Damit dürfte der wirtschaftsliberale Kurs der vergangenen Jahre fortgeführt werden. Zudem versprach Duque Steuererleichterungen für Unternehmen. Auch die Aufnahme Kolumbiens in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Mai 2018 – als drittes Land Südamerikas nach Mexiko und Chile – stärkt das Vertrauen ausländischer Investoren in Kolumbien.

Nirgendwo sonst im Ausland ist die Konzentration deutscher Unternehmen so hoch wie in São Paulo.
Positive Reaktion der Märkte
In dieses Bild passt auch Brasilien. Erst kürzlich hat das Land die Rezession hinter sich gelassen. Nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Wirtschaft 2018 um 2,3 Prozent wachsen. Bleibt dieses Szenario auch nach der Wahl von Jair Bolsonaro realistisch, der sich Ende Oktober bei den Stichwahlen mit 55 Prozent der gültigen Stimmen durchsetzte und im Januar 2019 das Präsidentenamt übernimmt?

Bolsonaro stellte die Themen Sicherheit und Korruptionsbekämpfung in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs. Damit traf er den Nerv vieler seiner Landsleute. In einer seiner ersten Ankündigungen nach der Wahl bestimmte er seinen Wirtschaftsberater Paulo Guedes, der an der Universität Chicago promoviert hat, zum künftigen Wirtschaftsminister. Nicht zuletzt diese Personalie trug dazu bei, dass die Märkte sehr positiv reagierten und die Währung sich um mehr als 10 Prozent erholte.

Rahmenbedingungen für Investoren sollen sich verbessern
In São Paulo erwartet man, dass der derzeitige wirtschaftliche Kurs fortgeführt wird, der sich auf ein fiskalisches Gleichgewicht, den nachhaltigen Umgang mit der Verschuldung und ein höheres Wachstum konzentriert. Bald dürfte auch eine Reform der sozialen Sicherungssysteme in Angriff genommen werden. Ein weiteres Zeichen könnte Bolsonaro mit der formalen Unabhängigkeit der Zentralbank setzen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich Erfolge nicht über Nacht einstellen: Mit all diesen Maßnahmen ist der bei Strukturveränderungen typische hohe Aufwand verbunden.

Mit Blick auf die internationalen Beziehungen wird Brasilien seine Kontakte zu den führenden Industrieländern vertiefen, die Rahmenbedingungen für ausländische Investoren verbessern, staatliche Unternehmen privatisieren und Konzessionen versteigern. Aufgrund der geringen Kapitalausstattung der brasilianischen Wirtschaft und des Nachholbedarfs bei Infrastrukturmaßnahmen ergeben sich Chancen für deutsche Unternehmen – sowohl für Investitionen vor Ort als auch für Lieferungen von Maschinen und Anlagen, die eine wieder stärker laufende Wirtschaft braucht.

Kompetenz vor Ort
Dieses Umfeld mit seinem neuen Mix von Chancen und Risiken macht Brasilien auch für deutsche Unternehmen wieder interessanter. Die Herausforderungen sind allerdings kaum weniger geworden, weshalb ein kompetenter Bankpartner vor Ort unverzichtbar ist. Gerade angesichts der Konsolidierung des brasilianischen Bankenmarktes füllt die Commerzbank Brasil S.A. mit ihrem Sitz in São Paulo eine entscheidende Lücke – als strategischer Finanzpartner mit engen Beziehungen zu deutschen und europäischen Unternehmen sowie mit einem breiten Netzwerk von Korrespondenzbanken in der Region ist sie in der Lage, Risiken bei Im- und Exporten zuverlässig abzudecken.

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