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# Winter 2018/2019

Digitalisierung

Was ist eigentlich das Internet of Things?

In der Serie „Was ist eigentlich ...“ nimmt company.news in jeder Ausgabe einen aktuellen Begriff aus dem Umfeld der Digitalisierung auf. Diesmal geht es um das Internet of Things (IoT): Alltägliche Gegenstände beginnen, untereinander zu kommunizieren, und nutzen dabei die universelle „Sprache“ TCP/IP, die bereits das Internet zu einem Erfolgsmodell machte. Mit überraschenden Auswirkungen auf unser Leben.

Vernetzte Welt über das IoT: Alles ist mit allem verbunden.
Das Tuscheln der Geräte
Wer hat sich noch nicht die Ampel gewünscht, die automatisch auf Grün schaltet, sobald man sich ihr nähert? Allgegenwärtige Netzwerke und IoT-fähige Fahrzeuge machen es möglich: Bei der Annäherung wird ein Signal übertragen und die Ampel gewährt freie Fahrt. Aber eigentlich braucht man dann gar keine Ampel mehr: Eine dynamische Verkehrssteuerung macht sie obsolet, weil alle Autos untereinander kommunizieren und sich auf die geregelte Überquerung der nächsten Kreuzung einigen.

Gleiche Sprache wie das Internet
Was hat das Ganze mit dem Internet zu tun? IoT nutzt das Netzwerkprotokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol). Dieses Protokoll sorgt im Internet für einfache Vernetzung und dafür, dass Daten beim richtigen Empfänger landen. Immer kleinere Computer mit immer leistungsfähigeren und energetisch hocheffizienten Chips lassen es nun zu, fast jedes erdenkliche Gerät über TCP/IP zu vernetzen.

Auf diesen Miniatur-Rechnern können zusätzlich Sensoren verbaut werden, die ebenso immer kleiner und leistungsfähiger geworden sind (Smartphone-Kamera, Temperatursensor von der Größe eines Stecknadelkopfes etc.). Ob Druck, Beschleunigung, Feuchtigkeit, Erschütterung, Licht oder Entfernungen – nahezu alles ist damit messbar, übermittelbar und auswertbar.

Container finden selbstständig ihren Weg.
Smart Home, Smart City, Smart Factory – Smart Everything
Die Anwendungsfelder des IoT reichen von den Routinen des privaten Alltags bis zur Automatisierung im weltweiten Handel. Nur einige wenige Beispiele: Ein IoT-Türschloss am Ferienappartement kann mit einer Smartwatch aufgeschlossen werden – aber nur während der gemieteten Tage. Das Auto bezahlt die Parkuhr selbst. Frachtcontainer disponieren eigenständig ihren Weg ans Ziel, indem sie mit Umschlagterminals kommunizieren und im Hafen autonom an einer Versteigerung von Trailerkapazitäten zum Weitertransport teilnehmen.
IoT wird jedoch nicht nur die Materialflüsse zwischen Unternehmen verändern. Auch Produktionsprozesse in Fabriken – angefangen bei der voll automatisierten Lagerhaltung – können damit ein neues Effizienzniveau erreichen.

5G macht IoT noch leistungsstärker
Übertragen werden die Signale bei IoT auf kurzen Strecken meist mittels Bluetooth. Bei größeren Entfernungen kommt NarrowBand-IoT zum Einsatz, ein schmales, ungenutztes Band des modernen Mobilfunkstandards LTE. Ab 2020 wird die fünfte Mobilfunkgeneration 5G noch einmal einen deutlichen Leistungsschub bringen.

Commerzbank und Fraunhofer IML gründen Innovations-Lab
Auf dem Weg zum digitalen Technologieunternehmen etablierte die Commerzbank als erstes Finanzinstitut ein „Enterprise Lab“ am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. Es umfasst bereits mehrere themenspezifische Labs namhafter Industrieunternehmen aus den Bereichen Sensortechnologie, Automotive, Logistik, Chemie, Pharma oder Telekommunikation. Unternehmensvertreter und Forscher analysieren dort gemeinsam aktuelle und künftige Trends innerhalb der Logistik und des Supply Chain Managements und bewerten mögliche Szenarien, um Innovationen und zukunftsweisende Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Im „Trade Finance Innovations-Lab“ sollen neue Zahlungsverkehrs- und Finanzierungslösungen für das Handelsfinanzierungsgeschäft auf Basis innovativer Technologien wie z.B. der Distributed-Ledger-Technologie (DLT), Smart Contracts und dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Gleichzeitig sollen Standards und Rahmenbedingungen für die Digitalisierung des internationalen Supply Chain Managements und die entsprechenden Finanzierungsinstrumente aktiv mitgestaltet werden.

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