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# Frühjahr 2018

Pensionsverpflichtungen im Blick: Unternehmen mit HGB-Bilanz spüren weiterhin den Handlungsdruck.

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Bei HGB-Bilanzen: Der Barwert von Pensionsverpflichtungen steigt

Mittelständische Unternehmen bilanzieren in der Regel ausschließlich nach dem Handelsgesetzbuch (HGB). Die damit verbundene Rechnungszins-Systematik zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen lässt deren Barwert in den nächsten Jahren weiter steigen – es besteht weiterhin Handlungsbedarf.

Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Pension zusagen, gehen sie damit eine Verpflichtung für die Zukunft ein. Um diese erfüllen zu können, bilden sie im Rahmen der Direktzusage Rückstellungen, deren Höhe sich am Wert der zukünftigen Zahlungen in der Gegenwart orientiert, dem Barwert der Pensionsverpflichtungen. Entscheidenden Einfluss darauf hat der Abzinsungssatz auf die zukünftigen Zahlungen. Je niedriger er ist, desto höher der Barwert und somit die daraus resultierende Rückstellung. Für die Festlegung des Abzinsungssatzes gibt es bei der Bilanzierung nach HGB andere Vorgaben als nach den International Financial Reporting Standards (IFRS).

Nachlauf-Effekt durch Durchschnittsbildung
Nach IFRS bilanzierende Unternehmen legen einen Zins zugrunde, der stichtagsbezogen ermittelt wird und die Niedrigzinsphase aktuell abbildet. Schon seit einiger Zeit liegen die Pensionsverpflichtungen deshalb entsprechend hoch. Bei HGB-Bilanzierern ergibt sich ein anderes Bild, da hier der Zins als 10-Jahres-Durchschnittssatz berechnet wird. Das führte dazu, dass der HGB-Abzinsungssatz zum Bilanzstichtag 31.12.2017 noch 3,68 Prozent betrug – Tendenz weiter fallend. Unter Zugrundelegung der Durchschnittsbildung und heutigen Zinsterminkurven zeigt die Simulation, dass das Tief des Diskontsatzes erst 2023 mit 2,10 Prozent erreicht sein wird.

In den nächsten Jahren sinkt der Rechnungszins für Pensionsverpflichtungen nach HGB weiter – der Handlungsdruck wächst.

So haben Unternehmen in der HGB-Bilanz trotz der seit Langem niedrigen Zinsen aufgrund des Nachlaufs mit weiter sinkenden Diskontsätzen und steigenden Pensionsrückstellungen zu rechnen.

Effekt auf Deckungsgrad
Für ein beispielhaftes Unternehmen mit einem ausgewogenen Bestand an Aktiven und Leistungsempfängern (angenommene Duration der Verpflichtung von 15 Jahren) bedeutet dies im Jahr 2022 eine Erhöhung der Verpflichtung aus dieser Bewertungsänderung um ca. 23 Prozent im Vergleich zu Ende Februar 2018. Gibt es bereits ein Deckungskonzept, zum Beispiel im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) mit einer Ausfinanzierungsquote von 70 Prozent, würde diese Quote sich ceteris paribus auf ca. 56% verringern, während sich der Deckungsgrad in der Internationalen Bilanz durch die Stichtagsbetrachtung des Diskontsatzes erhöht (unter Zugrundelegung eines konstanten Planvermögensniveaus).

Auswirkungen analysieren
Die Überprüfung der Pensionsverpflichtungen auf die Auswirkungen von Marktveränderungen und auf potenzielle Cashflow-Risiken ist ein wichtiger Bestandteil eines aktiven Pensionsmanagements, gerade vor dem oben genannten Hintergrund. Die auf die unternehmensindividuelle Situation abgestimmte Analyse der Spezialisten der Commerzbank, schafft eine Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit Pensionsverpflichtungen – vom Aufbau neuer oder der Optimierung vorhandener Planvermögen im Rahmen von flexiblen Treuhandstrukturen bis hin zu Auslagerungslösungen.

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