Aktuelles für Firmenkunden

# Frühjahr 2018

Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon, ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Vietnams. Hier werden 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Vietnams erwirtschaftet.

Internationalisierung

Vietnam: Wachstum mit Nachhaltigkeit

Weltweit ist die Commerzbank in knapp 50 Ländern vertreten. company.news stellt sie in einer Serie vor – für international operierende Unternehmen aus der Sicht und dem persönlichen Erleben der Commerzbank-Mitarbeiter vor Ort.

Motorräder, so weit das Auge reicht: typisch für die Straßen von Ho-Chi-Minh-Stadt
In einer Stadt wie Ho-Chi-Minh-Stadt, in der die Zahl der zugelassenen Motorräder die der Einwohner um eine glatte Million übertrifft, lassen sich Besuchstermine nur dann einhalten, wenn man entsprechende Zeitpuffer einplant. Niemand weiß das besser als Thomas Nikola Debelić. Seit dem Sommer 2015 leitet er die Repräsentanz der Commerzbank in Vietnam, die auch für Kambodscha und Laos zuständig ist.

Sein morgendlicher Weg zur Arbeit ist nur sieben Kilometer lang, aber – typisch für viele asiatische Metropolen – unter 45 Minuten kaum zu bewältigen. Seit November vergangenen Jahres befindet sich die Repräsentanz im neuen Deutschen Haus Ho-Chi-Minh-Stadt, einem gemeinsamen Projekt der Bundesrepublik Deutschland und privater Investoren. Neben der Deutsch-Vietnamesischen Universität und der Deutschen Internationalen Schule ist es das dritte Leuchtturmprojekt im Lande.

Der Sitz der Repräsentanz im neuen Deutschen Haus Ho Chi Minh City, einem gemeinsamen Projekt der Bundesrepublik Deutschland und privater Investoren.
Konzentrierte Kompetenz
Nachbarn der Commerzbank-Repräsentanz sind hier unter anderem das Deutsche Generalkonsulat, die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Vietnam (AHK Vietnam), die German Business Association (GBA), deren Chairman Debelić ist, sowie zahlreiche namhafte deutsche und internationale Unternehmen. Diese räumliche Konzentration erleichtert die Arbeit sehr. Mit seinem Team stellt Debelić dank detaillierter Kenntnis der Gepflogenheiten und Gebräuche Vietnams sowie einer kontinuierlichen Vor-Ort-Analyse der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen umfassende Hintergrundinformationen zur Verfügung. Insbesondere für deutsche Mittelständler, die nur begrenzt Zugang zu lokalen Finanzierungen in Vietnam haben, knüpft Debelić die Kontakte zu den ausgewählten Partnerbanken der Commerzbank, mit denen nach sorgfältiger Prüfung vergangenes Jahr Kooperationsabkommen unterzeichnet wurden. Für Firmenkunden der Commerzbank, die sich in Vietnam operativ betätigen oder bestehende Geschäftsaktivitäten ausbauen wollen, bleibt er neben dem Firmenkundenbetreuer der Partnerbank der wichtigste Ansprechpartner. In Hanoi, der über 1.100 Kilometer Luftlinie entfernten Hauptstadt Vietnams, wird Debelić zusätzlich von einer seit über 20 Jahren dort tätigen Kollegin unterstützt.

Thomas Nikola Debelić, Leiter der Repräsentanz Vietnam in Ho-Chi-Minh-Stadt
Attraktiver Standort in Südostasien
Das Interesse an Vietnam, so beobachtet Debelić, hat in letzter Zeit deutlich zugenommen. Denn das Land boomt: Seit Jahren blickt manch asiatischer Nachbar neidvoll auf die stabile volkswirtschaftliche Entwicklung. 2017 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mindestens 6,3 Prozent gewachsen, für 2018 erwarten Analysten sogar noch eine leichte Steigerung. Sowohl in der Industrie als auch im Konsumgüterbereich gibt es aussichtsreiche Märkte für den deutschen Mittelstand. Vor allem dem Maschinenbau, der Energie sowie der Medizin- und Umwelttechnik wird ein starkes Wachstum vorausgesagt.

Im Moment sind rund 300 deutsche Unternehmen dauerhaft in Vietnam aktiv. Ein starker Trend ist zudem die Verlagerung oder Erweiterung bestehender Asienaktivitäten deutscher Firmen von China aus. Während dort die Lohnkosten deutlich steigen, bietet das benachbarte Vietnam eine attraktive Alternative in geographischer Nähe, wobei Diversifizierungsgedanken und die Erschließung der zehn Mitgliedsstaaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) ebenfalls maßgebliche Gründe sind.

Ausgesprochen deutschfreundlich
Das Fußfassen in Vietnam wird nicht zuletzt dadurch erleichtert, dass zahlreiche Vietnamesen, die heute Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik des Landes bekleiden, in der ehemaligen DDR studiert haben – einer der Gründe, warum das Land ausgesprochen deutschfreundlich ist. „Made in Germany“ gilt als Gütesiegel schlechthin, auch für Themen der Nachhaltigkeit, die Vietnams Regierung jetzt verstärkt auf die Agenda setzt – von der Wasseraufbereitung über den Schutz von Küsten- und Binnengewässern bis zu erneuerbaren Energien. Bei entsprechenden Seminaren vor Ort, die oft gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der State Bank of Vietnam durchgeführt werden, bringt die Comerzbank unter anderem mit ihren Experten aus dem Hamburger Competence Center Energy ihr Know-how und ihre Erfahrung ein.

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