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# Sommer 2017

Ein Open-Banking-Konzept bietet neue Chancen für alle Beteiligten.

Digitalisierung

Was ist eigentlich eine Blockchain?

In der Serie „Was ist eigentlich ...“ nimmt company.news in jeder Ausgabe einen aktuellen Begriff aus dem Umfeld der Digitalisierung auf. Diesmal geht es um die Blockchain – kaum eine Diskussion rund um innovative Finanztechnologien, in der dieses Stichwort nicht fällt. Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Die Blockchain der digitalen Geldeinheit Bitcoins ist die älteste ihrer Art und startete im Januar 2006. Ende vergangenen Jahres hatte sie eine Größe von 126 Gigabyte. Dieses Volumen kommt dadurch zustande, dass Transaktionen hier nicht über klassische Banküberweisungen, sondern über Peer-to-Peer-Netzwerke koordiniert und dokumentiert werden.

Diese Netzwerke beruhen auf der Distributed Ledger Technology (DLT): Jeder Nutzer besitzt einen öffentlichen Schlüssel (Public Key), der kryptografisch jeweils mit einem privaten Schlüssel (Private Key) übereinstimmt. Letzterer stellt sicher, dass man nur auf seine eigenen Bitcoins zugreifen und Transaktionen digital signieren kann.

„Blockchain will be to banking and law what the internet was to the media.“
Joi Ito, Leiter des MIT Media Labs

Abgleich mit der Transaktionshistorie
Solche Transaktionen werden in einer dezentralen Datenbank, der Blockchain, gespeichert. Zunächst warten die in Auftrag gegebenen Transaktionen in einem Pool darauf, bestätigt zu werden. Dazu checken alle im Bitcoin-Netzwerk arbeitenden Rechner mit dem öffentlichen Schlüssel, ob die zur Überprüfung anstehenden Transaktionen im Widerspruch zur bisherigen Transaktionshistorie stehen. Dabei gleichen sie alle Kontenbücher ab, die dezentral auf den Rechnern des Blockchain-Netzwerks liegen. Erscheinen die Transaktionen legitim, werden sie bestätigt und der neue Datensatz bzw. der neue Block ergänzt dann die bisherige Transaktionskette. Die Blöcke werden linear und chronologisch aneinandergereiht.

Eine Kette, die nichts vergisst
So arbeitet die Blockchain wie ein digitales Register aus aneinandergereihten Datenblöcken und ermöglicht den schnellen und sicheren Transfer, beispielsweise von Finanzprodukten ohne Intermediär. Alle Einträge der Kette bauen aufeinander auf. Die Software vergisst nichts und niemand kann Blöcke nachträglich verändern.

Transaktionen werden als „Block“ an das Netzwerk gegeben und nach Bestätigung an die Transaktionskette angehängt.

Mit kreativen Lösungen in die Zukunft
Doch das Potenzial der Technologie ist damit lange noch nicht ausgeschöpft. Die Commerzbank forscht daher in ihrem eigens gegründeten DLT Lab. Derzeit beschäftigt sich das Team mit sieben konkreten innovativen Anwendungen. Zusammen mit mehr als 70 anderen Finanzinstitutionen arbeitet die Commerzbank zudem in einem der wichtigsten Konsortien der Finanzindustrie, dem R3 CEV.

Bildrechte: shutterstock-sdecoret/Commerzbank AG

Glossar:

Blockchain
Software, die Inhalte wie in einer Kette speichert. Alle Einträge der Kette bauen aufeinander auf. Die Software vergisst nichts und niemand kann Blöcke nachträglich verändern.
Distributed Ledger Technology (DLT)
Grundlegende Technologie, auf der auch die Blockchain beruht. Der Begriff bezieht sich darauf, dass die der Kette zugrunde liegende Datenbank nicht nur an einer zentralen Stelle vorhanden, sondern gleichzeitig an mehreren Orten dezentral gespeichert ist, deren Kopien stetig abgeglichen werden – wie ein dezentrales Kontobuch.
Bitcoin
Elektronische Währung, die eine spezielle Anwendung einer Blockchain darstellt. Jeder Bitcoin-Besitzer hat ein elektronisches Schlüsselpaar mit einem öffentlich bekannten und einem geheimen, privaten Teil. Der private Schlüssel stellt sicher, dass man nur auf seine eigenen Bitcoins zugreifen kann. Mit den öffentlichen Schlüsseln kann man eigene Bitcoins anderen zuweisen. Dieser Vorgang wird in der Blockchain gespeichert.